Suchbegriff: Was suchen Ihre Kunden?

“Was sind die richtigen Suchbegriffe und Keywords für meine Webseite?” Dies ist eine Frage, die sich viele Webseitenbetreiber stellen, wenn sie an Suchmaschinenoptimierung denken und einen durchdachten Plan für Ihre Webseite erstellen wollen. Im Folgenden geben wir Ihnen wertvolle Tipps zu dieser Fragestellung. Dabei fokussieren wir uns auf Suchbegriffe, die uns in der organischen Suche helfen – der Einsatz von Google Adwords hat noch einmal andere Faktoren, die berücksichtigt werden wollen.

Das Keyword, auch oftmals Suchbegriff genannt, ist ein einzelnes Wort oder eine Wortkombination, welche in eine Suchmaschine eingegeben werden. Diese Begriffe können auch bestimmte Produkte oder Dienstleistungen als Ergebnis anzeigen. Oftmals ergibt sich ein Keyword auch aus einer Kombination von mehreren Wörtern. Der Suchbegriff wird durch einen Nutzer eingegeben und bidet verschiedene dahinter liegende Bedürfnisse ab:

Informationssuche: Nutzer, die sich auf Informationssuche begeben, haben noch keinerlei konkrete Kaufintention. Sie suchen mit ihren Suchbegriffen stattdessen nach Informationen oder können sich noch nicht entscheiden. Bei einfach zu beschaffenden Informationen, wie beispielsweise dem Alter oder der Größe einer berühmten Person, ist Google inzwischen in der Lage, diese Fragen selbst zu beantworten. Die Nutzer erhalten die Antwort dann direkt in den Ergebnissen der Suchmaschine (z.B. als Featured Snippet). Dies bedeutet, dass die Informationen zu diesen Begriffen komplexer sein sollten, um den User auf eine Webseite zu leiten. Ein Beispiel für eine informationsgetriebene Suche ist etwa “Zigarette Nebenwirkung”.

Kaufintention: Bei der Kaufintention beweist der User schon ein konkretes Interesse am Erwerb und sucht mit seinen Suchbegriffen nach Verkäufern für das Produkt oder die Dienstleistung. Oftmals nutzen sie dabei nicht nur Suchmaschinen, sondern auch große Onlinehändler wie Amazon, eBay und Co. Ein Beispiel könnte sein “iPhone kaufen”.

Navigation: Diese User haben eine bestimmte Webseite zum Ziel und geben sie in die Suchmaschine ein, wenn sie beispielsweise nicht mehr die genaue Adresse wissen. Zum Beispiel “digitaleffects”, wenn Sie unsere Agentur suchen.

Den richtigen Suchbegriff finden

Die richtigen Keywords bzw. die richtigen Suchbegriffe zu finden, erscheint manchmal schwieriger, je länger man sich mit einem Thema auseinandersetzt. Zunächst einmal sollten Sie die Kernprodukte und -leistungen als mögliche Suchbegriffe identifizieren und als potentielle Keywords benutzen. Bei der Erstellung Ihres Planes ist es dabei wichtig, sich vom eigenen Kenntnisstand zu lösen und zu versuchen, das Thema mit den Augen eines Kunden zu betrachten. Welche Fragen stellt er sich möglicherweise? Wo liegen seine Interessen? Im Idealfall wird dabei der Fokus nicht nur auf eine Marke gelegt, um auch jene User abzuholen, die zwar eine grobe Vorstellung von dem Produkt haben, aber die Marke nicht unbedingt kennen.

Um diese Nutzer ideal anzusprechen sind vor allem allgemeinere Suchbegriffe ohne die Verbindung mit einer Marke von Nutzen. Im Zusammenhang mit diesen Begriffen steht das durchschnittliche Suchvolumen pro Monat, welches eine entscheidende Größe darstellt. Dies bezeichnet die durchschnittliche Anzahl an Usern pro Monat, die bei Google nach diesem Suchbegriff gesucht haben. Es handelt sich also um einen vergangenheitsbezogenen Wert. Das Suchvolumen eines Suchbegriffs erhalten Sie durch eine Abfrage im Google Keyword Planer. Dieser ist Teil des Google Adwords-Angebotes, kann aber auch ohne das Schalten aktiver Kampagnen genutzt werden. Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung sind Suchbegriffe mit einem hohen Suchvolumen und einem vergleichsweise geringen Wettbewerb wünschenswert. In diesem Fall hat eine Seite große Chancen, schnell von der entsprechenden Zielgruppe wahrgenommen und von Suchmaschinen als ein relevantes Ergebnis auf der Suchergebnisseite eingestuft zu werden.

In einem weiteren Schritt ist es ratsam herauszufinden, ob ein jeweiliges Keyword möglicherweise auch zukünftig ein größeres Interesse generieren kann. Oftmals ist es sinnvoll, die Produkte oder Dienstleistung mit einer Stadt zu kombinieren. Anschließend lohnt es sich festzustellen, wie und in welchen Zusammenhängen Kunden die Keywords verwenden. Darüber hinaus lohnt sich auch die Sortierung der Suchbegriffe nach dem Traffic, den sie wahrscheinlich einbringen. Je höher dieser Wert ist, desto größer ist die potentielle Anzahl an Usern, die die jeweilige Seite zu diesem Keyword besuchen. Und je höher diese Anzahl ist, desto mehr Chancen bestehen auch Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen. Ob dies jedoch tatsächlich so eintritt, hängt noch von vielen Faktoren ab. Wie gut eine Seite den Bedürfnissen des Kunden gerecht wird, ist nur einer davon.

Für weitere Ideen für passende Suchbegriffe kann auch Google selbst sorgen, indem man das favorisierte Keyword googelt und die Ergebnisse der Suche auf die Treffergenauigkeit analysiert. In diesem Zusammenhang sollten auch die Suchvorschläge, die die Suchmaschine gibt, beachtet werden. Diese finden Sie ganz am Ende der ersten Suchergebnisseite. So können Sie Ihre Liste um weitere interessante Keywords erweitern.

Achtung bei Fachsprache

Gerade bei spezifischen Angeboten sollten Sie beim Planen bedenken: Nur weil ein Gegenstand oder eine Leistung in der Fachsprache mit einem bestimmten Terminus verbunden wird, heißt das nicht, dass Kunden bzw. Laien sofort an diese Begriffe denken. Ein Beispiel hierfür wäre “Portlandkompositzement”, der nur ein geringes Suchvolumen besitzt. Auch wenn der Begriff “Portlandzement” nicht genau das gleiche abbildet, ist er nahe genug verwandt und die Brücke zum Kompositzement kann dann im Text und auch schon in den Snippets geschlagen werden.

Keywordarten unterscheiden – was sind “Brand”, “Money” und “Shorttail”?

Brand Keywords sind Keywords, die in einem direkten Zusammenhang mit der Marke stehen (z.B. “Cola” oder “Coca Cola”). Bei diesen Keywords sucht der Mensch nach dem Unternehmen selbst. Liegt eine Kaufabsicht hinter den Suchbegriffen, sprechen wir von Money Keywords. Dazu gehören beispielsweise Produkte, die ein Unternehmen verkauft, sowie zum Beispiel Wort-Kombinationen mit “kaufen”. Ein Beispiel hierfür ist Zalando, welche das Keyword “Asics Schuhe” verwenden. Money Keywords kommunizieren die konkrete Absicht etwas zu kaufen.

Daneben wird auch noch zwischen Shorttail- und Longtailkeywords unterschieden. Die Shorttailkeywords beinhalten nur einen einzelnen oder wenige Begriffe. Longtailkeywords stellen dagegen eine Wortkombination verschiedener Suchbegriffe dar. Diese sind in aller Regel deutlich spezifischer als die kurzen Keywords, werden aber auch nicht durch viele Menschen gesucht. Beide Arten haben ihre Vor- und Nachteile. Die kurzen Keywords sind häufig unspezifischer und erreichen eine größere Zielgruppe. Bei den Longtailkeywords kann die Absicht des Suchenden (zum Beispiel etwas zu kaufen) dagegen mehr berücksichtigt werden. Das kann zu weniger Besuchern führen, die dann jedoch eine bessere Conversion erzielen.

Ein Bild als Suchbegriff?

Die Google Bildersuche ist ein weiteres Instrument, um Ideen für neue Keywords zu gewinnen. Aus diesem Grund lohnt sich auch eine klare Benennung von Bilddateien, sodass diese auch im Dateinamen das widerspiegeln, was auf dem Bild zu sehen ist und in welchem Kontext es verwendet wird. Außerdem raten wir zu möglichst echten Bildern anstelle von Stockfotos. In unserem Video zeigen wir Dir an dieser Stelle das Beispiel vom Malermeister Berlin:

Beispiel aus dem Video: Statt perfekter Stockbilder sollten Sie lieber individuelle Bilder aus Ihrem Betrieb verwenden. So vermitteln Sie mehr Authentizität.
Beispiel aus dem Video: Statt perfekter Stockbilder sollten Sie lieber individuelle Bilder aus Ihrem Betrieb verwenden. So vermitteln Sie mehr Authentizität.

Seitenstruktur planen: jede Seite bedient eine Suchintention

Im Idealfall behandeln die einzelnen Unterseiten einer Webseite individuelle Themen und unterscheiden sich daher auch in den Keywords, die sie fokussieren. Ein Onlineshop für Schuhe könnte so eine Oberkategorie Damenschuhe besitzen und der Text hier behandelt das Thema Damenschuhe eher allgemein. In dieser Kategorie könnten weitere Unterkategorien für Unterseiten wie zum Beispiel für Begriffe wie Stiefel, Stiefeletten oder High Heels, mit jeweils eigenen, spezielleren Texten verordnet sein. Außerdem könnten auf diese Weise spezielle Themen aufgegriffen und Wortkombinationen mit mehreren Begriffen fokussiert werden.

Bevor eine neue Kategorieseite zu einem Keyword erstellt wird, ist es wichtig zu prüfen, ob die bisher existierenden Seiten schon für dieses Keyword ranken. Schließlich möchten Sie bisher gut rankende Seiten nicht zusätzlich gefährden. Des Weiteren erhalten Sie so einen guten Überblick über vergleichsweise starken Seiten sowie weitere Optimierungspotentiale. Diese können Sie in einem späteren Schritt mit keywordgerechten und relevanten Inhalten anreichern, und so die Rankings nachhaltig verbessern.

Können keine nennenswerten, relevanten Seiten zu dem ausgesuchten Schlüsselbegriff ermittelt werden, stellt dies ein Potential für eine neue Seite dar. Dabei sollte das Hauptkeyword der jeweiligen Seite Bestandteil des sogenannten Meta Titles sein (Titel der Seite). Die Zeichenanzahl, welche verwendet werden darf, damit der Titel auch komplett in den Suchergebnissen bei den Suchmaschinen angezeigt wird, ist begrenzt. Anschließend ist ein Blick auf die Meta Description lohnenswert, auch wenn diese nicht rankingrelevant ist. Sie zieht jedoch die Aufmerksamkeit des Users auf sich und soll schon im Vorfeld über die Seite informieren. Auch in der H1-Überschrift sollte sich der Suchbegriff wiederfinden. Altmodisches “Keyword-Stuffing”, bei dem sich der Suchbegriff in jedem zweiten Satz findet, sollte jedoch im Sinne der Lesererfahrung in jedem Fall vermieden werden.

Die richtigen Keywords für die (interne) Verlinkung

Bei der Planung und Ausarbeitung Ihrer Webseitenstruktur ist auch die interne Verlinkung nicht zu vernachlässigen. Keywords wie Malerarbeiten, Tapezierarbeiten, Lackierarbeiten oder Fassaden eignen sich sehr gut als Menüpunkte für eine Navigation. Informationen wie Preise, Standort und Kontakt können dagegen als Bestandteile der Startseite aufgenommen werden. Dies bedeutet, das Menü sollte möglichst keywordgerecht und klar strukturiert werden. Mögliche Referenzen von Kunden lassen sich besser mittels eines Karussels auf der Startseite als im Hauptmenü einbinden. Ein kurzes Statement seitens Ihrer Kunden zu Ihnen schafft zusätzliches Vertrauen.

Beispiel aus dem Video: Ein Statement schafft Vertrauen.
Beispiel aus dem Video: Ein Statement schafft Vertrauen.

Im Zusammenhang mit der internen Verlinkung ist ein weiteres Phänomen zu nennen: Linkschleifen. Dabei handelt es sich um Seiten, die im Text wieder auf sich selbst verlinken. Vermeiden Sie diese, um Crawlbudget seitens Google zu sparen. Ein Phänomen der 2000er Jahre sind die sogenannten Link-Listen. Diese sollten heutzutage nur noch mit Bedacht genutzt werden. Stattdessen lohnt sich die Aufbereitung von Links mit passendem, informativen Content. Weniger passende oder nicht mehr aktuelle Links werden dagegen entfernt.

Beispiel aus dem Video: Statt perfekter Stockbilder sollten Sie lieber individuelle Bilder aus Ihrem Betrieb verwenden. So vermitteln Sie mehr Authentizität.
Screenshot aus dem Video: Google Fred Update bei megaflieger.de

Fazit

Die Suche nach den richtigen Suchbegriffen (Keywords) hängt von vielerlei Faktoren ab. Dabei ist es zunächst wichtig die Sichtweise des Kunden einzunehmen und die Webseite unter diesen Gesichtspunkten wahrzunehmen. Ist die Struktur passend aufgebaut und unterstützt die Navigation die Suche des Users? Bei den Keywords selbst werden transaktionale, navigationale, Shorttail-Keywords und Longtail-Keywords unterschieden. Zur Unterscheidung von wichtigen und weniger bedeutsamen Keywords dient außerdem das monatliche Suchvolumen. Dennoch sind Longtail-Keywords oftmals spezifischer und der Suchende hat schon eine konkrete Vorstellung. Im Idealfall bedient die eigene Webseite die Bedürfnisse ihrer Kundengruppen mit einem Keywordset aus einer gesunden Mischung aus verschiedenen Qualitäten an Suchbegriffen.